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Montag · 19 bis 20:30 Uhr · Kassel

Kung-Fu

Von der Karawanenverteidigung in den verkörperten Frieden — mit Dominik Schönherr im Elisabeth-Selbert-Haus, Kassel-Niederzwehren.

Was geschieht

Neunzig Minuten Übung: Stand und Atem, Schritte und Formen, Übung mit Partnerin oder Partner. Der Abend beginnt mit dem Aufwärmen und dem Stand — den Füßen, den Knien, dem Becken — und endet in der Ruhe, aus der er kam. Dominik Schönherr leitet den Abend.

Kung-Fu (功夫) heißt wörtlich: Fertigkeit, die aus Zeit und Übung wächst. Das Wort meint jede Meisterschaft, die man sich ersitzt und ersteht — der Kalligraf hat Kung-Fu, die Köchin, der Gärtner. Auf dem Boden des Selbert-Hauses meint es eine Kunst: den eigenen Leib kennen, seine Kraft kennen und sie halten.

Der Stil

Gelehrt wird der Stil der Sieben-Sterne-Gottesanbeterin, Qixing Tanglang Quan. Er stammt aus Shandong im Norden Chinas und wird auf den Meister Wang Lang am Ende der Ming-Zeit zurückgeführt — so erzählt es die Überlieferung. Sein Bild ist die Gottesanbeterin: ganz still, ganz wach, dann schnell. Die Hände haken und greifen, die Schritte bleiben beweglich, der Rhythmus wechselt zwischen Warten und Eile. Die sieben Sterne im Namen deuten auf den Großen Wagen — und auf ein Schrittmuster, das seine Form trägt.

Dominik Schönherr unterrichtet den Stil in Kassel-Niederzwehren, für alle Altersgruppen — und am Montag im Kreis des Vereins.

Von der Karawane in den Frieden

Der Stil hat eine Geschichte, und sie beginnt auf der Straße. Im Shandong der Qing-Zeit zogen Karawanen mit Seide, Salz und Silber durch das Land, und wer sie begleitete, musste sie verteidigen können. Die Geleitschutz-Häuser, die Biaoju, warben die Kämpfer der Provinz, und die Gottesanbeterin war eine ihrer Künste — so erzählt es die Überlieferung des Stils. Was heute Form heißt, war damals Ernstfall: der schnelle Griff, der harte Stand, der Blick, der den Hinterhalt hinter der Kurve sieht.

Aus der Verteidigung der Ware ist die Verteidigung von nichts geworden — und genau darin liegt der Frieden. Denn was der Karawanenwächter wirklich trug, war keine Waffe, sondern eine Basis: den festen Stand, den tiefen Atem, das gesammelte Zentrum unter dem Nabel, das die Chinesen Dantian nennen und die Synthese des Vereins Hara — die dritte der zehn Phasen, zwischen Wahrnehmung und Herz. Diese energetische Basis ist das Fundament. Wer sie festigt, wird ruhig und bleibt wach; steht, wenn andere wanken; fühlt die eigene Kraft und braucht keinen Gegner mehr, an dem er sie misst.

So wird aus der Kunst von damals verkörperter Frieden im Jetzt. Jede Form, jeder Schritt, jede Partnerübung am Montag festigt dieselbe Basis, die einst die Karawane schützte — nur schützt sie heute den Menschen selbst: vor der eigenen Hast, vor dem Reflex, vor der Angst. Die drei Ringe der Forschung des Vereins finden sich so auf dem Übungsboden wieder: innen der Stand und der Atem, zwischen Maß und Abstand im Üben mit dem Gegenüber — Achtung, Vertrauen —, außen die Haltung, die man mit hinausnimmt. Friede, verkörpert — als Fundament, aus dem alles Weitere wächst.

Für wen

Für alle Altersgruppen, mit oder ohne Vorkenntnis. Bequeme Kleidung, flache Schuhe mit heller Sohle oder barfuß, eine Flasche Wasser. Der Abend kostet keinen Eintritt; wer kommt, kommt als Gast des Vereins. Er findet statt, sobald eine Anmeldung vorliegt, und ist auf 20 Teilnehmer begrenzt.

Um 18 Uhr, vor dem Kung-Fu, sitzt im selben Haus die Stille Meditation — wer beides mag, kommt eine Stunde früher.

Auf einen Blick
WannMontag, 19 bis 20:30 Uhr
WoElisabeth-Selbert-Haus, Frankfurter Straße 298, 34134 Kassel-Niederzwehren
MitDominik Schönherr
StilSieben-Sterne-Gottesanbeterin (Qixing Tanglang Quan)
Findet stattab 1 Anmeldung
Teilnahmeauf 20 begrenzt
Eintrittkeiner — ideell
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